E-Paper - 06. Dezember 2018
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Erste Thurgauer Erdnüssli auf dem Markt

Von Werner Lenzin

Der Weihnachtsmarkt erhält dieses Jahr eine unerwartete Bereicherung. Markus Grob vom Hardhof, Steckborn, und Thomas Wieland vom Pilgerhof, Märstetten, ist es gelungen, Erdnüssli erfolgreich anzupflanzen und zu ernten.

Steckborn Was sich beinahe wie ein Aprilscherz anhört ist in diesen Wochen Realität geworden. Zwei findige und initiative Landwirte aus dem Thurgau sorgen für eine Überraschung in der diesjährigen Adventszeit. Mit kulinarischen Erlebnissen wird der Thurgau oft in Verbindung gebracht. So mit den Schweiz weit bekannten und beliebten Thurgauer Erdbeeren. Der Kanton gilt diesbezüglich schlechthin als Schlaraffenland. Nun setzen zwei findige Thurgauer Landwirte noch einen oben drauf und bringen die ersten Schweizer Erdnüssli auf den Markt. Nach Erdbeeren und Kiwis gibt es im Obstkanton seit Neuem nun auch die in der Vorweihnachtszeit beliebten Nüssli, originell verpackt als exklusives Weihnachtsgeschenk. Der eigentliche Pionier im Thurgau, Thomas Grob aus Steckborn, hatte schon 2015 mit Blick auf den Klimawandel die Idee, Erdnüssli anzupflanzen. Ein Jahr später setzte er auf fünf Aren die ersten Stauden im Thurgau und die Ernte diente dem Eigenbedarf. Schon während ihrer Ausbildung haben Spezialkulturen das Interesse von Markus Grob und Thomas Wieland geweckt. «Man steht dem nahe, was man selber gerne isst und zuletzt ist es auch der Reiz, etwas Neues auszuprobieren, bei dem man auch scheitern und Schiffbruch erleiden kann», sind sie überzeugt. Sie erinnern sich an das Sprichwort von Henry Ford: «Wer immer macht was er schon kann, bleibt immer das, was er schon ist.

Vorerst ein Hobby

«Nach einer zweijährigen Versuchsphase ist es uns gelungen, die ersten Thurgauer und auch Schweizer Erdnüssli auf dem Markt zum Verkauf anzubieten», freuen sich Grob und Wieland. Sie teilen mit, dass ihre Erdnüssli auf der kleinsten Erdnussrösterei der Schweiz geröstet worden sind, wodurch sich auf ihren Höfen seither ein wohl riechender Duft verbreitet. Beide Landwirte sind Spezialkulturen-Betriebe und produzieren seit längerer Zeit Beeren. Grob ist zudem der Betreiber einer Mini-Kiwi-Anlage. «Obwohl wir als Betriebsleiter genug um die Ohren haben, sind wir immer wieder interessiert an Neuem», sagen die beiden Landwirte. Für sie ist der Anbau von Erdnüssen mehr Hobby als etwas anderes, «vielleicht unbewusst zum Ausgleich des sonst hektischen Arbeitsalltages», sinnieren die Zwei. Wird die Schweiz in Zukunft zum Erdnuss-Produzentengebiet aufsteigen? Für die beiden Produzenten steht fest: «Die Aufstiegschancen sind im Fussball grösser, denn dieser Anbau ist mit einem hohen Handarbeitsaufwand verbunden und da nicht jedes Jahr mit einer Ernte gerechnet werden kann, wir der Anbau überschaubar und ein Hobby bleiben». Grob und Wieland sind überzeugt davon, dass Schweizer Erdnüssli niemals zum Massenprodukt werden und allerhöchstens als «Spezialität» in der Nische der originellen Geschenkideen zu finden sind. Die Käufer werden nach ihrem Ermessen auch Kunden sein, die es interessiert, wie hierzulande produzierte Erdnüssli schmecken und mit ihrem Kauf Innovationen aus der Schweizer Landwirtschaft bewusst unterstützen möchten. Und was macht den Anbau speziell? «Wenn die Pflanze gedeiht, so heisst das noch lange nicht, dass sie Nüsse bildet, diese gefüllt sind und geröstet werden können», erklären die beiden.

Dank ägyptischem Klima

Etliche Passanten beim Märstetter Wygärtli und in der Umgebung des Hardhofes in Steckborn haben sich wohl gewundert über die seltsam flachwachsenden Pflanzen mit ihren gefiederten Blättern. Gepflanzt haben sie die Verantwortlichen der beiden Betriebe mit ihren Mitarbeitern von Hand im April. Im September konnten die Pflanzen mit den Erdnüssen daran geerntet und ebenfalls von Hand von der Pflanze abgerupft werden. «Die zunehmend heissen und trockenen Sommermonate und das diesjährige beinahe ägyptische Klima haben uns veranlasst, den Schritt für diese sensible Kultur zu wagen», erklären Grob und Wieland. Da keine Informationen zum Anbau dieser Kultur in der hiesigen Klimazone und auch keine entsprechende Mechanisierung vorhanden sind, nutzten sie die Erfahrungen aus dem Anbau von Erbsen. Für Beide ist das Testen und die Optimierung bestehender Prozesse von neuen Kulturen wichtig und verleihen ihnen neuen Elan.

Angeboten wird diese erste Ernte während dieser Saison im Märstetter Pilgerhof (www.pilgerhof.ch) und im Steckborner Hardhof (grobsteckborn@bluewin.ch), aber auch über die fünf exklusiven Verkaufsstellen des «Thurgauer Geschenkharass» (www.geschenkharass.ch) und bei ausgewählten Geschäftspartnern wie Madörin, Früchte und Gemüse Weinfelden.

Untersee Nachrichten vom Donnerstag, 6. Dezember 2018, Seite 13 (67 Views)

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