E-Paper - 20. Dezember 2018
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Politik kennt kein Alter

Von Tamara Schäpper

Die Frauenfelder Jungpartei ist noch unbekannt. Das soll sich ändern: Der junge dreiköpfige Vorstand wünscht sich ein Sitz im Gemeinderat. Was sie für Frauenfeld und die junge Bevölkerung bewirken wollen, erzählen sie im Gespräch.

Frauenfeld Weil sie sich keiner der Frauenfelder Parteien zugehörig fühlten, haben sie kurzerhand ihre eigene Partei gegründet. Felix Wiedersheim, Thomas Högger und Philip Höpli sind jung, engagiert und interessieren sich schon immer für die politische Entwicklung der Stadt. Nur der Wunsch, selber mitreden zu können, blieb ihnen bis anhin verwehrt. Jetzt soll sich das ändern. Mit der kürzlich ins Leben gerufenen Frauenfelder Jungpartei wünschen sie sich einen Sitz im Gemeinderat.

Ein Sprachrohr für die Jungen

Zwar gibt es viele Jugendliche und junge Erwachsene, die sich für Politik interessieren, nur werden sie laut Höpli im politischen Geschehen zu wenig wahrgenommen. Die Möglichkeit, einer der bestehenden Kommunalparteien beizutreten, kam für die drei nicht infrage. «Jede Partei vertritt Meinungen, mit denen ich mich nicht identifizieren kann», sagt Höpli. Felix Wiedersheim stimmt ihm zu: «Wir möchten uns nicht in ein vorgefertigtes Gedankengut pressen lassen.» Einzige Möglichkeit, doch aktiv, und mit Hoffnung auf einen Gemeinderatssitz, mitpolitisieren zu können: die Gründung einer eigenen Partei. Eine Alternative für jene, die sich transparente, ehrliche und sachbezogene Politik für Frauenfeld wünschen. So steht es auf ihrer Homepage, so betonen sie es mehrfach. Ihre Ziele offen und transparent kommunizieren das wollen sie, das vermissen sie bei anderen Parteien.

Nicht links und nicht rechts, aber auch nicht mittig

Wo sich denn ihre Partei einordnen lasse? «Schwierig», sagt Höpli, «genauso wie wir uns nicht ins Programm einer Partei ordnen lassen, kann man unsere Partei nicht ins Links-Mitte-Rechts-Schema einordnen.» Denn, ergänzt Wiedersheim, in der Kommunalpolitik sei es ohnehin schwierig, sich auf eine Seite zu schlagen. Durch die verschiedenen Themen driftet auch ihre Meinung mal in die eine, mal in die andere Richtung ab. «Zum Beispiel stehe ich für eine restriktive Migrationspolitik oder ein strengeres Rechtssystem, was eher der SVP zuzuordnen wäre. Gleichzeitig mache ich mich für den Umweltschutz stark und stelle die Interessen von Arbeitnehmern in den Vordergrund, was dem links-grünen Politflügel entspricht», sagt Höpli.

Politische Leitlinien

Tunnel, oder kein Tunnel? Wohl kaum eine Frage beschäftigt die Frauenfelder Politik im Moment so stark wie diese. Die drei Vertreter der Frauenfelder Jungpartei sehen in jedem Projekt einen Sinn. «Es muss einfach zeitnah etwas passieren», sagt Wiedersheim. Dazu gilt es die Frauenfelder Stimmbürger mit grosser Überzeugungskraft für eine Aufwertung der Innenstadt zu überzeugen. Denn die Aufwertung sei höchst erfreulich. Auch der 'Bahnhof 2000', in Zusammenhang mit dem für den Individualverkehr gesperrten Bahnhofplatz und dem unterirdischen Kreisel waren bis zur Abstimmung der Finanzierung 1989 ein Politikum. Mittlerweile wäre eine Verkehrsführung ohne den ‚Bahnhof 2000‘ unvorstellbar. Genau dies erhoffen sie sich auch für die Stadtentlastung, dass diese eines Tages genau so selbstverständlich zu Frauenfeld gehört und einen Mehrwert für die kommenden Generationen bietet. Ausserdem steht die Frauenfelder Jungpartei für die gezielte Aufrechterhaltung des Sicherheitsbefinden, für die weitere Instandhaltung der Sport- und Freizeitanlagen und für eine nachhaltige Finanzpolitik.

Eine Stadt zum Wohlfühlen

Dass sie sich mit ihrer Partei für die Stadt starkmachen, heisse nicht, dass sie diese verändern möchten. «Wir fühlen uns wohl hier und sind der Meinung, dass die Stadt gut funktioniert.» Allerdings sollen vor allem die jungen Bürger motiviert werden, vermehrt am politischen Geschehen teilzunehmen und von ihrem Stimm- und Wahlrecht Gebrauch zu machen. «Um diese Motivation zu stärken, könnten wir uns auch ein Bonus-Malus-System vorstellen», so Wiedersheim. In welcher Form sich dieses System anwenden lässt, ist noch offen. Das hängt von den administrativen und finanziellen Möglichkeiten ab. Denn seien es doch vor allem die Jungen, die einem Thema unvoreingenommen entgegentreten und so frische Denkansätze mitbringen.

Jetzt geht's in die Offensive

Mitglieder wollen sie bis jetzt noch keine aufnehmen. «Zuerst möchten wir eine klare Richtung vorgeben können.» Meinungen sind aber willkommen. «Die Frauenfelder Jungpartei soll ja nicht nur die Meinungen von uns Dreien vertreten.» Bis ins neue Jahr wollen sie offensiv werden. Werbung machen, Flyer verteilen und bekannter werden. Schliesslich sind sie auf die Frauenfelder Stimmbürger angewiesen, die sie im März in den Gemeinderat wählen.

Untersee Nachrichten vom Donnerstag, 20. Dezember 2018, Seite 18 (50 Views)

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