E-Paper - 20. Dezember 2018
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«Darauf dürfen wir stolz sein»

Von Angelina Rabener

Am 12. Dezember 2018 würdigten Stadtpräsident Thomas Niederberger und Oberbürgermeister Uli Burchardt das 10-Jahr-Jubiläum des Schengen-Abkommens. Die beiden Stadtoberhäupter erinnerten an das historische Ereignis der Grenzöffnung im Jahre 2008.

Kreuzlingen/Konstanz Denn genau am 12. Dezember 2008 begann die operative Zusammenarbeit der Schweiz und der EU im Rahmen der Sicherheits-, Visum- und Asylzusammenarbeit von Schengen und Dublin. Dies führte zur Aufhebung der Personenkontrollen an den Binnengrenzen des Schengenraums, also auch an der Grenze Kreuzlingen-Konstanz. «In Zeiten, wo in fast allen grösseren, europäischen Ländern der Egoismus enorm um sich greift, ist es wichtig daran zu erinnern, warum man damals diese Grenze geöffnet hat», sagte Oberbürgermeister Uli Burchardt. Kreuzlingen und Konstanz haben bereits 1999 damit begonnen, Grenzzäune an der Grenzbachstrasse abzubauen. 2006 fiel der Grenzzaun auf «Klein Venedig» und ein Jahr später entstand die Kunstgrenze, die als Symbol für eine gute Nachbarschaft stehe. «Es war eine gute Entscheidung für Europa die Grenzen zu öffnen», so Burchhardt. «Wir sind überzeugt, dass es auch für Konstanz und Kreuzlingen sinnvoll ist, über Grenzen hinweg zusammenzuarbeiten, grössere Räume zu schaffen und Grenzen abzubauen.» Stadtpräsident Thomas Niederberger an das Rahmenabkommen von Schengen-Dublin, das am 5. Juni 2005 bei einer Volksabstimmung mit 54, 6 Prozent Ja-Stimmen angenommen wurde.

In der Vergangenheit und in der Zukunft vereint

«Für Kreuzlingen und Konstanz hatte diese Konstellation schon immer eine besondere Funktion, weil beide Städte zusammengebaut sind und immer sehr eng zusammengelebt haben. Schon vor 400 bis 500 Jahren habe es am Kreuzlinger Tor einen regen Grenzverkehr gegeben», betonte er. Ein Polizeivertrag mit Deutschland erlaubte damals eine Zusammenarbeit, die teilweise über den heutigen Vertrag hinausgegangen sei. Oberbürgermeister Uli Burchardt erinnerte daran, dass 1948 in Konstanz eine sehr grosse Hungersnot geherrscht habe. «Die Leute hatten buchstäblich nichts zu essen. Es herrschte grosse Not. So dass das Gesundheitsamt die abgemagertsten und bedürftigsten Kinder einmal in der Woche nach Kreuzlingen zum Mittagessen schicken durfte.» Kreuzlingen habe Konstanz damals sehr geholfen. Dies sei eine eindrückliche Geschichte. «Gerade mal 70 Jahre her», so der Oberbürgermeister.

Freundschaft und Verbundenheit

«Wir leben nicht nur mit der Grenze, sondern wir pflegen auch enge Beziehungen auf kultureller, gesellschaftlicher und politischer Ebene», sagte Niederberger. «Unsere Vorgänger Stadtammann Josef Bieri und Oberbürgermeister Horst Frank - haben mit dem Abriss von Grenzzäunen den Weg geebnet und damit unsere gegenseitige Freundschaft und Verbundenheit symbolträchtig demonstriert.» Das Schengen-Abkommen folgte in der Reihe der historischen Meilensteine, welche die Beziehung auf allen Ebenen gestärkt hätte. «Darauf dürfen wir stolz sein und darauf müssen wir auch in Zukunft Sorge tragen.»

Nach wie vor Grenzwache

Thomas Zehnder, Kommandant Grenzwachtregion II erklärte, dass die Grenzwacht nach wie vor an der Grenze sei, weil «die Schweiz nicht Mitglied der Zollunion ist, die Gesetze zum Teil anders geregelt sind und es ohne Kontrollen ein grosses kriminelles Potential gäbe.» Er betonte, dass jedoch Personenkontrollen nur noch bei Verdächtigen durchgeführt würden. Erfolgreich seien auf Deutscher und Schweizer Seite die mobilen Grenzkontrollen. Dies bestätigte auch der Konstanzer Polizeioberrat Tobias Lehmann.

Untersee Nachrichten vom Donnerstag, 20. Dezember 2018, Seite 3 (58 Views)

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