E-Paper - 20. Dezember 2018
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Musik machen ist wie Kochen

Von Pascal Spalinger

Die Schweizer Musikikone Bligg macht am 25. Januar auf seiner «KombiNation»-Tour Halt in der Festhalle Rüegerholz. Im Interview erklärt er unter anderem, was es mit dem Stammtisch auf sich hat, den er immer dabei hat.

Bligg, Ihre Karriere dauert nun schon über zwei Jahrzehnte. Wie sind Sie zur Musik gekommen?

Als Kind hörte ich wie viele andere auch die Schallplatten meines Vaters rauf und runter. Mit sieben Jahren erhielt ich eine Gitarre. Ich hatte zwar ein paar Gitarrenstunden, habe mir aber das, was ich könne, selber beigebracht. Dann kam die Rapmusik auf damals das ideale Gefäss für mich. Denn dafür brauchte man eigentlich nur einen Stift, einen Schreibblock und die passenden Beats.

Eine Karriere wie die Ihre ergibt sich nicht von heute auf morgen und schon gar nicht von allein. Welches sind für Sie die wichtigsten Ingredienzien für Ihr Erfolgssüppchen?

Ein allgemein gültiges Rezept für eine erfolgreiche Karriere gibt es nicht. In meinem Fall führte jedoch eine Kombination aus Disziplin, Durchsetzungsvermögen, Leidenschaft, Glück und etwas Talent zum Erfolg. Gerade in der Schweiz braucht es wegen des kleinen Marktes ein zähes Sitzleder. Nicht zuletzt hat mir meine Experimentierfreudigkeit einiges gebracht. Das Wichtigste ist aber, mit Spass bei der Sache zu sein. Alles andere folgt dann automatisch.

Woher nehmen Sie die Ideen für Ihre Hits?

Musik machen ist wie Kochen: Mit Experimentierfreude und Leidenschaft kann man einiges bewirken. Wenn jemand neunmal die Mona Lisa malt, verkommt alles zur Routine. Ich habe das Privileg, dass meine Musik bei drei Generationen gut ankommt und mir die Ideen nie ausgegangen sind. Sprüche und Alltagssituationen gibt es immer wieder, und letztendlich sind alle gleich, egal ob Bundesrat oder Büezer.

Bereits vor einiger Zeit haben Sie eine längere Pause eingelegt. Was hat sie Ihnen gebracht?

Ich wollte einfach mal eine Auszeit nehmen und Papi sein. Ich konnte aber auch die Weekends geniessen und meine Batterien wieder aufladen, um Nährboden für neue Taten zu erhalten. Es machte Spass, mal etwas Anderes zu machen, aber gleichzeitig haben wir ja auch die Arbeit des aktuellen Werks «KombiNation» beendet, auf dem Musik diverser Stilrichtungen vereinigt ist. Schliesslich ist die Schweiz ja eine Art Europa, in einem einzigen Land zusammengefasst.

A propos «KombiNation»: Einen Titel bestreiten Sie mit Sänger Marc Sway. Wie kam es zur Zusammenarbeit?

Marc ist ein alter Kollege, mit dem ich bisher ein paar Jamsessions hatte. Kurz vor Produktionsende war der letzte Song noch in der Rohfassung, und ich fragte Marc an, ob er mitmachen würde. Er kam aus den Ferien ins Studio, und entstanden ist der Hit «Us Mänsch».

Den Song «In Tüüfels Chuchi» haben Sie zusammen mit Sänger ZID aufgenommen. Wie kam es dazu, und wer ist ZID genau?

Bligg: Ich lernte ZID im Studio kennen, und er begleitet mich als Support Act auf meiner «KombiNation»-Tournée. Die war bisher ein grosser Erfolg, und ZID machte einen guten Job. ZID: Ich bin als Sänger und Produzent tätig. Da ich alles selber produziere und einsinge, bedeutet das enorme Freiheit für mich. Es ist toll, Bligg auf seiner Tour begleiten zu können. So kann ich viele Erfahrungen sammeln und lernen. Denn ich erhalte von den Besucherinnen und Besuchern direkte Feedbacks, und natürlich kennen mich hinterher auch ein paar Leute mehr.

Am 25. Januar gastieren Sie in Frauenfeld. Was darf das Publikum erwarten?

Ein abendfüllendes Programm, das es in sich hat. Mit ZID als Support Act und grosser Bligg-Show mit allen bekannten Hits. Aber auch mit Stammtisch, Stammbeiz eigentlich ein Foodcorner und Autogrammstunde.

Was hat es mit dem ominösen Stammtisch auf sich?

Es handelt sich dabei um eine Art VIP-Lounge in Stammtisch-Form. Der Tisch wurde in Graubünden hergestellt und wird nach der «KombiNation»-Tour für einen guten Zweck versteigert.

Wie geht es in den nächsten Monaten weiter?

Wir werden sicher noch bis 2019 mit der aktuellen Tour unterwegs sein der wohl umfangreichsten Tour, die ich je unternommen habe. Für danach sind zwar schon ein paar Dinge angedacht, spruchreif ist aber noch nichts.

Untersee Nachrichten vom Donnerstag, 20. Dezember 2018, Seite 5 (55 Views)

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